Ab nach draußen! Familienfreizeit im Grünen mit viel Action

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Nach dem Frühstück auf der Slackline balancieren, die Mittagssonne am See genießen, abends Pizza Über dem offenen Feuer backen und die Nacht im Baumzelt verbringen. Die neue Familienfreizeit in der Jugendherberge Thülsfelder Talsperre ist ein Abenteuerfür alle, die sich eine Auszeit im Grünen nehmen wollen. Also: Ab nach draußen!

Adrian Wachendorf ist ein echter Naturbursche. Einmal, da war er zwölf Tage in Schweden unterwegs, irgendwo draußen natürlich, mit Zelt und Wanderschuhen. War in all der Zeit nicht einkaufen, sondern hat von dem gelebt, was er dabei hatte, und was er auf dem Weg fand. Brennnesseln zum Beispiel. Die hat er auch jetzt in der Hand, an diesem Montagabend in der Jugendherberge Thülsfelder Talsperre, deren Umgebung mit den tiefgrünen Bäumen und dem malerischen See ja auch ein bisschen an das skandinavische Land erinnert. Hält die Pflanze hoch in die Runde, die es sich am Lagerfeuerplatz gemütlich gemacht hat, und fragt: „Habt ihr schon einmal Brennnesseln gegessen?“ Die Eltern und Kinder schütteln den Kopf. „Na gut, dann zeige ich euch mal, wie das geht.“ Adrian reißt ein Blatt ab, rollt es zusammen, streift mit den Fingern drüber und steckt sich die Brennnessel kurzerhand in den Mund. Brennts? „Nein?“, sagt Adrian grinsend.

Brennen soll dafür etwas anderes: das Lagerfeuer. Schließlich steht heute selbstgemachte Pfannenpizza auf dem Speiseplan noch so etwas, das Adrian von seinen Reisen mitgebracht hat. Nur: Wie macht man in der freien Wildbahn Feuer? „Ganz einfach“, meint Adrian. „Hat jemand Birkenrinde für mich?“ Die Eltern und Kinder kramen etwas von der Baumrinde aus ihren Taschen, die sie den Tag Über gesammelt haben, und legen es in die Feuerstelle.

Dann kniet sich der Nature-Guide hin, zückt einen Magnesiumstab; schlägt die beiden Teile des Stabs gegeneinander, bis sie Funken sprühen. „Birkenrinde ist perfekt zum Feuer machen“, erklärt er. „Sie brennt selbst, wenn es nass ist, wegen der Harze.“ Und zisch da steht die Rinde auch schon in Flammen. Stück für Stück frisst sich das Feuer in die Holzscheite hinein, die die Kinder zuvor gestapelt haben. Nach der Brennnessel-Vorspeise gibt es nun endlich Pizza.

Claudia schnappt sich eine der Pfannen, die am Ende von langen Ästen befestigt sind. Die 39-jährige Mutter ist mit ihren beiden Kindern und einer Freundin zur Familienfreizeit gekommen, aus Wolfsburg. Es ist ihr erster Jugendherbergsaufenthalt seit ihrer Schulzeit. Komisch? „Nein, Überhaupt nicht“, sagt sie lachend. „Ich bin ganz begeistert!“ Nicht nur von der Jugendherberge, sondern auch von der Freizeit. „Andere Angebote sind meist so trubelig und völlig Überladen. Aber was ich an dieser Familienfreizeit toll finde: Es ist alles so ungezwungen und genau richtig dosiert.“ Sie fühle sich nicht von einem Programmpunkt zum nächsten gehetzt, sondern könne entspannen, mit ihren Kindern etwas erleben und andere Eltern kennenlernen. „Wir passen hier wirklich gut zusammen. Das muss wohl an der Zielgruppe der Jugendherbergen liegen, dass hier alle so offen und umgänglich sind.“

Auch Claudias Kinder haben schnell Anschluss gefunden: Die dreijährige Greta und Oskar, 6, spielen gerade mit den anderen Jungen und Mädchen Frisbee-Dart. Eine Kombination, die Teamer Martin Wiedenhöft gerade erst auf einer Messe als Neuheit kennengelernt hat und nun in die Freizeit integriert schließlich geht es hier vor allem um Action, Spiel und Spaß im Grünen, und da passt Frisbee-Dart perfekt rein. „Es geht darum, die Frisbee aus einer bestimmten Entfernung geschickt in die Mitte der Zielscheiben zu werfen“, erklärt der 40-jährige Freizeitleiter. Die Zielscheiben sind auf große Laken aufgemalt, die auf dem Boden liegen. Eine simple Idee, die die Familien später leicht zuhause nachmachen können.

Hauptsache, die Scheibe landet nicht in den Bäumen! Wobei: Dort hinauf geht es ja in dieser Nacht sowieso noch. Adrian hat dafür Baumzelte mitgebracht, die er nun gemeinsam mit Martin auf dem Jugendherbergsgelände zwischen die dicken Stämme spannt. Keine leichte Aufgabe, schließlich muss alles nachher zu 100 Prozent sicher sein. Die fast 600 Euro teuren Zelte können bis zu 400 Kilogramm tragen. Doch dafür müssen sie erst einmal mit drei dicken Spanngurten an den Baumstämmen befestigt werden. Hauruck! Hauruck! Und dann schwebt das erste Zelt etwa zweieinhalb Meter Über dem Boden und ist nur noch Über eine kleine Leiter zu erreichen, die aus einer Luke in der Mitte der Plane hängt.

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Adrian klettert hoch und legt sich hinein. „Ich bin immer wieder Überwältigt, wie cool diese Zelte sind“, sagt er. „Man ist wie in einer kleinen Wolke.“ Die Decke des dreieckigen Zelts gibt dabei den Blick auf den Himmel frei. „Nachts ist das der Wahnsinn! Man ist einfach mitten in der Natur.“ Und genau darum gehe es ja bei der Familienfreizeit: gemeinsame Erlebnisse in der Natur zu schaffen.

Die Kinder sind auch gleich begeistert von den Zelten, als sie vom Baden im See in die Jugendherberge zurückkommen. Einer nach dem anderen klettert die wackelige Leiter nach oben, bis alle zwölf auf der Plane liegen. „Mama, Mama, hier will ich heute Nacht schlafen“, ruft einer der Jungs und wendet sich dann an Martin. „Darf man denn auch sein Kuscheltier mitnehmen?“ „Na klar“, sagt Martin zwinkernd und streicht ihm Über den Kopf.

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Tina aus Braunschweig hat solche Zelte noch nie gesehen. „Die sind echt cool“, sagt die Mutter, die mit ihrem Mann Henning und ihren beiden Kindern in die Jugendherberge gekommen ist. Schlafen möchte sie dann aber doch lieber im Bungalow. „Ich will den Komfort noch etwas genieAYen.“ Zum ersten Mal machen die vier gemeinsam Urlaub in einer Jugendherberge. „Wir wussten Überhaupt nicht, was uns erwartet“, gibt sie zu. „Aber wir fühlen uns rundum verwöhnt: Endlich müssen wir uns mal keine Gedanken Über das Essen oder den Haushalt machen.“ Den Matschspielplatz findet sie für die Kinder besonders gut. Und: „Das Gelände ist durch die Umzäunung sicher, sodass wir uns keine Sorgen machen müssen, dass uns die Kinder abhanden kommen.“

Aber das meiste machen sie eh gemeinsam: Ausflüge, Wiesen-Memory, Slackline.

Und nun, am Abend, auch die Pfannenpizza. Tina reicht die im Feuer angewärmten Pfannen weiter an die anderen Familien. Julia bekommt auch eine und beginnt mit ihrem Sohn Linus, die einzelnen Zutaten in die Pfanne zu streuen: Hefeteig, Zwiebeln, Paprika und ganz viel Käse. Die 46-jährige Mutter ist aus Essen angereist, vier bis fünf Mal war sie bereits in der Jugendherberge Thülsfelder Talsperre. Sonst kommt sie mit ihren Freundinnen hierher, nun genießt sie die Mutter-Sohn-Auszeit. „Hier kommt man auch mal zur Ruhe“, freut sie sich und nimmt einen Schluck aus ihrem Weinglas. „Wir machen einfach die Module mit, auf die wir Lust haben. Das funktioniert super. Und die Teamer sind sehr nett.“

Ach ja, die Teamer: Die kümmern sich gerade darum, die Äste an den Pfannen doch etwas zu kürzen, damit sich niemand verletzt. Mit einer kleinen Säge natürlich. Wie sich das für echte Naturburschen gehört.

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Ihr wollt mehr Über die Jugendherberge Thülsfelder Talsperre erfahren? Dann lest hier die zehn Gründe, warum sich ein Aufenthalt dort lohnt. Oder erfahrt hier, wie die ehemalige Hausleiterin Ursula Hybsz sich nicht nur um die Herbergsgäste, sondern auch um 50000 Bienen kümmert, und wieso eine Streuobstwiese nicht nur für die fleißigen Insekten, sondern auch für Schulklassen interessant ist. Allgemeine Infos und Buchungsmöglichkeiten gibt es hier.

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