OLB MUSIK-CAMP Club-Konzert in der Jugendherberge Damme

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Wow, was für ein fantastischer Abend! Das OLB MUSIK-CAMP Club-Konzert in der Jugendherberge Damme hat alle Erwartungen übertroffen – und Publikum wie Musiker gleichermaßen begeistert. Wingenfelder, Henning Wehland, Jylland und Rocko Beats haben die Bühne gerockt und dabei jede Menge Gänsehaut-Momente geschaffen. Und das, obwohl eigentlich alles etwas anders geplant war. Wir haben die Musiker vom Soundcheck bis zum letzten Song des Abends begleitet. 

Schnell noch einen Happen nehmen, dann geht’s los. Raus aus dem Speisesaal der Jugendherberge Damme, rüber in die Turnhalle, in der gleich der Soundcheck stattfinden soll. Es ist kurz vor zwei Uhr an diesem Montagmittag, das bedeutet: Wingenfelder und Band bleiben noch etwas mehr als vier Stunden Zeit bis zum Einlass. Dort, wo jetzt Kabel herumliegen, wo noch gestöpselt und sortiert und aufgebaut wird, werden in Kürze knapp 200 Menschen stehen und gebannt der Musik lauschen.






Benny Glass kommt in die Halle gestolpert. „Alter, ist das ein Irrgarten hier!“, ruft der Schlagzeuger und lacht. Unter seinem Arm klemmen drei Handtücher aus der Jugendherberge, die er jetzt nacheinander in die Bassdrum seines Schlagzeuges steckt. Dann hievt er – hauruck! – die große Trommel hoch auf Schulterhöhe, steigt über die Monitore auf die Bühne und stellt sie ächzend ins hintere rechte Eck. „Hau rein jetzt, wir wollen loslegen“, sagt Thorsten Wingenfelder und beginnt, die Saiten seiner Gitarre anzuspielen. Volker Rechin, Bassist der Band, greift sich eine Mundharmonika aus dem Gitarrenkasten und stimmt in den Song mit ein.

Der Soundcheck: Spontan spielen

Natürlich: Nicht alles funktioniert auf Anhieb. Die neuen Mikrofone knacken, der Sound ist unterschiedlich laut. Es geht jetzt an die Feinheiten, dafür ist der Soundcheck da, und das Technik-Team regelt nach oben oder nach unten, je nachdem, welches Zeichen die Musiker ihm von der Bühne aus geben. Dann: kurze Verschnaufpause, rauchen, Kuchen essen, telefonieren. Thorsten Wingenfelder bleibt in der Turnhalle, zieht sich einen Holzstuhl in die hintere Ecke der Turnhalle. Klappt seinen Laptop auf und klickt eine Audio-Datei an. Die Musik dröhnt blechern aus den Computer-Boxen, und der 50-Jährige spielt dazu auf der Gitarre. Es ist ein Song von Henning Wehland, dem Gast-Star, der heute mit ihm auf der Bühne stehen wird.

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Oft haben der Fury in the Slaughterhouse-Gründer und der H-Blockx-Frontmann noch nicht zusammengespielt. Um genau zu sein: ein einziges Mal, vergangenes Jahr in Münster. Doch das war so gut, dass sie dieses Jahr gemeinsam beim Club-Konzert des OLB MUSIK-CAMP NORDWEST 2016 rocken wollen. Es ist die fünfte Veranstaltung dieser Art, bei der der Verlauf des Abends nie ganz vorhersehbar ist. „Wir müssen gleich mal schauen, was wir mit Henning gemeinsam machen“, sagt Wingenfelder. „Und dann stellen wir uns spontan drauf ein. Das macht den Charme des Abends aus: alles ist möglich.“

Als Henning Wehland um kurz vor vier Uhr kommt, stehen die Wingenfelder schon wieder auf der Bühne und proben. Der H-Blockx-Sänger und Sohn Mannheims stellt sich in den hinteren Teil der Turnhalle und hört zu, wippt auf den Füßen, nickt mit dem Kopf, und fängt schließlich an zu klatschen. Als der Song zu Ende ist, begrüßen sich die Musiker mit einem lauten „Hallo“, Handschlag und einer festen Umarmung. Viel Zeit zum Schnacken bleibt aber erstmal nicht, denn der Einlass rückt immer näher.

Das Konzert: Gänsehaut-Momente

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19.50 Uhr. Die Turnhalle ist in blaues Licht getaucht, die Menschen im Publikum stehen dicht an dicht. Der Sound der Gitarren wabert durch den Raum, das hat fast etwas Mystisches, Geheimnisvolles. Das Schlagzeug setzt ein; der Bass bringt den Hallenboden zu vibrieren. Kai Wingenfelder tritt an das Mikro, die Augen geschlossen, und raunt die ersten Zeilen von „Mensch Paul“. Er hat den Strohhut vom Nachmittag gegen eine NY-Käppi getauscht, und das Hemd noch einen Knopf weiter geöffnet. So kennen ihn die Fans, von denen ein Großteil die Wingenfelder-Brüder seit den frühen Fury-Zeiten begleitet. Einige von ihnen tragen Fan-Schals und -Shirts, und sie tanzen und singen jetzt, als stünden sie mit Zehntausend anderen Wingenfelder-Jüngern im Stadion.

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Aber an diesem besonderen Abend geht es nicht nur um die beiden, und deswegen kommt ein paar Songs später Jan Löchel auf die Bühne. Ganz alleine stellt sich der Musiker mit seiner Gitarre in das Scheinwerferlicht, und es wird schlagartig ruhig, als er die ersten Takte anspielt und seine sanfte Stimme erklingt. Der Singer-Songwriter ist einigen im Publikum bekannt, denn als Jylland hat er bereits bei zwei OLB Club-Konzerten gespielt und ist mit Wingenfelder bereits 26 Mal aufgetreten, wie er später erzählt.

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Heute allerdings ist etwas anders: „Ich werde heute zum allerersten Mal auf einer Bühne auf Deutsch singen“, kündigt er an. Die Premiere des gefühlvollen Songs wird mit einem anhaltenden Applaus gewürdigt, und Löchel erzählt eine Anekdote: „Als Kind bin ich mit meinen Eltern immer zum Dümmer See gefahren. Wenn ich da saß und in mein Fischbrötchen gebissen hatte, dann war das immer wie Nordsee – nur näher dran.“

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Henning Wehland ist „Der Letzte an der Bar“, so heißt sein Album, das er im Herbst veröffentlichen wird, und so stellt er sich vor, als er nach Jylland die Bühne betritt. Heute ist er der dritte im Bunde, und legt gleich los. „Damme, ich will Euch hören“, brüllt er, und dann setzt der Beat ein. Der kommt nicht vom Schlagzeug, sondern aus dem Mund von Rocko Beats. Der 27-Jährige ist Beatboxer und hat Henning Wehland bei einer Charity-Veranstaltung in Münster kennengelernt. Seitdem begleitet er den 44-jährigen Musiker bei Konzerten und auf Festivals. „Wir sind gute Freunde geworden“, sagt Rocko. Dass die Chemie stimmt, zeigt sich auch auf der Bühne: sie feixen, machen Witze, ärgern sich mit Sprüchen. Und auch musikalisch passen sie gut zusammen. „Wir versuchen, einen spannenden Spagat zwischen Hip-Hop und Rock/Pop hinzubekommen.“

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Wegen Rockmusik sind die meisten gekommen. „Aber gibt es hier auch jemanden, der gerne Rap hört?“, fragt Rocko. Keiner meldet sich – doch anstatt zu resignieren, legt er los: Haut einen Beat nach dem nächsten raus, von Rap-Klassikern bis zu Michael Jacksons „Beat It“, und stellt seinen Hip-Hop-Song vor, den er normalerweise mit seiner Gruppe Unterwegs performed. Und schnell zeigt sich: Die Menschen im Publikum mögen Rap, zumindest jetzt, in diesem Augenblick, in dem sie ihren Arm zu dem Beat auf und ab bewegen.

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Henning Wehland ist nicht nur der letzte an der Bar, er ist auch ein „Panzer“, sagt er. „Ein Panzer der Liebe“, raunt der Rheinländer, und setzt dann zum gleichnamigen Song an. Anschließend kommen auch die Wingenfelder auf die Bühne, und nun stehen sie dort: Neun Mann zwischen und an all den Instrumenten, sodass kaum noch Platz zum Bewegen bleibt. „Ich habe Bock auf eine Jam-Session“, ruft Wehland, und dann spielen sie allemann, acht oder neun Minuten lang; Norman Keil feuert ein E-Gitarren-Solo raus, Volker Rechin bringt den Boden mit seinem Bass zum Beben, und Henning Wehland löst den Keyboarder kurzerhand selbst ab. „This is how we do it“, grooven sie zwischendurch zu dem Funk-Beat. Und sie tun es gut.



Jetzt, anderthalb Stunden nach Konzertbeginn, ist nichts mehr wie geplant. Ein Song folgt auf den nächsten, unabgesprochen, einfach so aus der Laune heraus. „Es ist alles anders, als gedacht“, gibt Thorsten Wingenfelder am Mikrofon zu. „Aber es macht verdammt nochmal Spaß!“

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„Genau wegen solcher Momente bin ich Musiker geworden“, schwärmt Henning Wehland. „Ich will diese Art des Musikmachens erhalten, auch wenn heute so vieles nur digital abläuft. Für mich zählt dieses Ehrliche, Handgemachte.“ Dass er jetzt mit den Wingenfelder-Brüdern, die er selbst als Teenager verehrt hat, eine Bühne teilt, sei für ihn „eine große Ehre“.

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Wehland ist es auch, der sich am Ende des Konzerts unter das Publikum mischt, kurz nachdem Wingenfelder ihren wohl größten Fury-Hit „Won’t forget these days“ gespielt haben, und noch einmal den Refrain anstimmt. Sofort steigt das Publikum ein, und noch minutenlang singen sie aus vollem Herzen die Zeilen des Liedes, das viele schon ihr halbes Leben lang begleitet. Ein Gänsehaut-Moment mehr an diesem Tag – einem dieser Tage, die sie ganz bestimmt nicht vergessen werden.



 

Ihr wollt nicht nur lesen, sondern auch sehen und hören, wie großartig das Konzert war? Dann klickt schnell mal auf unserer Facebook-Seite rein: Dort haben wir ein Video mit den schönsten Videoschnipseln des OLB Club-Konzerts für Euch.

Und wer es gar nicht erwarten kann, Wingenfelder und Gäste wieder live zu sehen, kann sich diese beiden Daten schon einmal vormerken: Am 23. November spielen sie in der OLB-Filiale in Oldenburg und am 25. November in der Jugendherberge Meppen. Tickets gibt es hier. Wir freuen uns schon jetzt riesig!

Fotos: Björn Reschabek

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