Mehr am See: Das Jugendgästehaus in Münster wird modernisiert

16 neue Gästezimmer, ein Speisesaal-Anbau mit Außenterrasse und ein barrierefreier Tagungsraum mit rund 130 Quadratmetern: Das Jugendgästehaus Aasee in Münster wächst – und bietet ab August noch mehr Platz für Schüler, Familien und Tagungsgäste. Jetzt wurde der erste Bauabschnitt erfolgreich fertig gestellt, und sichtbar: Hier hat sich ganz schön viel getan! Hausleiterin Christiane Heinichen hat uns über die Baustelle geführt, die ersten Zimmer gezeigt und erzählt, wie es ist, ein solch großes Bauprojekt nahezu vollständig im laufenden Vertrieb umzusetzen.

Stromausfall.
Gekappte Telefonleitungen.
Wasserschaden.
Christiane Heinichen schüttelt den Kopf, vergräbt ihr Gesicht in den Händen. „Zwischendurch dachte ich: Das darf doch alles nicht wahr sein!“, sagt sie. „Wie sollen wir jemals fertig werden?“ Dass sie danach lacht, ist ein gutes Zeichen, denn es zeigt: Es hat geklappt. Alles im Zeitplan.

Die Hausleiterin steht auf einem langen Gang im ersten Stock des Jugendgästehaus Aasee in Münster. Um sie herum wuseln die Handwerker, kleistern Tapeten ein, tragen Werkzeug von einem Raum in den anderen. Aus der Decke über ihrem Kopf hängen Kabel, der Boden zu ihren Füßen ist kahl und staubig. Rechts von ihr, im künftigen Badezimmer, sind die Fliesen schon an der Wand; nur der Platz dazwischen ist noch frei. Grauer Beton, auf den jemand mit einem Bleistift 60,5×90,3 gekritzelt hat: Hier wird bald schon ein Spiegel hängen. Dann kommen die Möbel. Und dann die Gäste.

Ein Bad je Gästezimmer – das ist im Jugendgästehaus Aasee kein Luxus, sondern Standard. Schon immer hatten alle Zimmer ihren eigenen Sanitärbereich angeschlossen, Duschen auf dem Gang gab es hier nicht. Was neu ist, ist die Anzahl der Räume: 16 sind dazugekommen, Doppel- und Viererzimmer mit insgesamt 61 Betten. Platz, der dringend benötigt wird, denn Münster ist als Urlaubsort angesagt, die Lage, nur einen Steinwurf vom Aasee entfernt, ideal. „Wir zählen deutlich mehr Gäste als noch vor zehn Jahren“, freut sich Christiane. „Wir sind jetzt bei 54.000 Übernachtungen im Jahr angekommen.“ Die aktuellen Buchungen reichen bereits bis ins Jahr 2021 hinein. Vor allem bei Schulklassen, Familien und Tagungsgästen ist der Standort im Herzen der Fahrradstadt beliebt.

Christiane steigt  über herumliegenden Bauschutt in den Neubau hinter der Jugendherberge – und steht nun in einem weiten, hellen Raum mit breiter, bodentiefer Fensterfront auf beiden Seiten. 120 Quadratmeter, die die bereits vorhandenen acht Tagungsräume ergänzen. Was sofort auffällt: „Keine Säulen“, sagt die Hausleiterin lächelnd. Hier können Familien Feste feiern, Gruppen Teamaufgaben absolvieren, Seminare mit bis zu 160 Teilnehmern statt finden. „Wir mussten in den vergangenen Jahren viele Anfragen ablehnen, weil wir keinen Platz für so große Gruppen hatten“, bedauert Christiane. „Jetzt sind wir eine der wenigen Locations in Münster, die so viel Platz für Seminargruppen bieten. Barrierefrei.“

Jugendgästehaus Aasee in Münster: Leuchtturm-Bauvorhaben im Landesverband

Wobei: Jetzt stimmt noch nicht so ganz. Denn der Raum ist noch nicht fertig, der Boden muss noch verlegt werden, die neue Technik angeschlossen. Die ist auf dem neuesten Stand, betont Heiner Sturm. Er ist Leiter der Bauabteilung des DJH Landesverbands Westfalen-Lippe – und froh, festen Grund unter den Füßen zu haben. „Überhaupt Bauunternehmen zu finden, ist auf dem Markt derzeit sehr schwierig“, sagt Heiner, der seit 17 Jahren für den Landesverband tätig ist. „In all der Zeit war dieses Bauvorhaben tatsächlich das spannendste.“ Erst wurden Pfähle falsch gesetzt, dann das Gelände nicht korrekt beplant. Dazu kamen strenge Auflagen der Stand, die kleine verfügbare Fläche und die Umsetzung im laufenden Betrieb. Mehr als drei Millionen Euro kostet das Projekt, eines der größeren. „Für 2019 ist es auf jeden Fall das Leuchtturmprojekt des Landesverbands.“

Und zwar eines, das sich sehen lassen kann. Denn es wurde nicht nur neu gebaut, sondern auch vieles verändert: Der Rezeptionsbereich ist von der einen Seite auf die andere gewandert und nun deutlich moderner gestaltet. Dahinter liegen die neuen Büroräume. „Während des Umbaus haben wir unsere Büros in einen Tagungsraum verlegt“, sagt Christiane. Großraumbüro für zweieinhalb Monate. „Das war spannend“, meint die 54-Jährige, die das Jugendgästehaus Aasee seit drei Jahren führt und erst die zweite Hausleiterin in der Geschichte der 1992 an dem Standort eröffneten Jugendherberge ist. „Man ist als Team nicht nur räumlich enger zusammengerückt, sondern auch persönlich. Das hat richtig Spaß gemacht.“ Nun ist sie jedoch froh, dass jeder seinen eigenen Arbeitsplatz in heller Atmosphäre zurück hat.

Neuer Speiseraum mit Außenterrasse im Grünen

Christiane Heinichen steht jetzt im Empfangsbereich, von dem aus der Blick direkt auf den See fällt. Hinter ihr, an der Wand, ist ein Wegweiser zu sehen: „Guten Appetit“, steht dort. Ein Relikt aus alten Zeiten, denn: Ursprünglich war man beim Bau des Hauses davon ausgegangen, dass sich die Gäste ihre Speisen an einer Ausgabestelle unweit der Rezeption holen und dann zum Essen rüber in den Speisesaal gehen. „Das wurde aber dann nie so eingeführt, die Ausgabe fand immer immer direkt dort statt.“ Der alte Speiseraum erinnert ein bisschen an ein rustikales Lokal, roter Backstein an den Wänden, Plakate im Retro-Look. Auf einem wird Münster beworben, mit 1600 Sonnenstunden im Jahr. Die hat es wohl nie gegeben, aber heute, heute ist einer dieser sonnigen Tage, und draußen vor den großen Fenstern zum Aasee flimmert die Hitze über dem Asphalt der Straße.

Durch die neue Terrasse mit vielen Tischen und Bänken, die direkt vom Speisesaal zugänglich ist, lässt sich das gute Wetter jetzt im Schatten der grünen Bäume genießen. Bei schlechtem Wetter ist drinnen jetzt wesentlich mehr Platz, in einem farbenfroh gestalteten Anbau, der zusätzliche Sitzgelegenheiten und ausreichend Platz am Büffet bietet. Über dem Büffet hängt ein riesiges Bild mit einer Fahrradkette. „Das Thema ‚Fahrrad’ wird im gesamten Haus gespielt“, sagt Christiane. „Auch die Möbelfronten in den neuen Zimmern werden damit gestaltet.“

Spätestens im Herbst ist alles fertig

Bis diese komplett fertig sind, dauert es noch etwas – Ziel für die Fertigstellung ist Mitte August. Solange wird nebenbei noch etwas gewerkelt. „Wir bedanken uns bei allen Gästen, die während der Bauphase hier übernachtet und über so manchen Lärm und Schmutz hinweggesehen haben“, sagt die Hausleiterin. Es gab keine Beschwerden. „Wer jetzt zu uns kommt, der sollte von den Bauarbeiten kaum etwas mitbekommen“, betont sie. Bis Herbst finden noch kleinere Arbeiten in der Außenanlage statt – dann ist alles fertig. Und dort, wo jetzt noch die Handwerker über die Flure huschen, rennen schon bald die Kinder vom Zimmer zum See.

Jetzt mehr zum Jugendgästehaus Aasee in Münster erfahren! Auf dieser Seite seht Ihr alle Freizeiten, Preise und Zimmer direkt im Herzen der Fahrradstadt. Wenn Ihr noch mehr über aktuelle Bauprojekte lesen wollt, schaut doch mal hier vorbei.

Schreibe einen Kommentar